Vodafone GmbH, Düsseldorf

Im Dezember 2012 wurde der neue Vodafone-Campus in Düsseldorf fertig gestellt. combine Consulting berät seit 2008 Vodafone Deutschland bei der Entwicklung und Umsetzung der neuen Arbeitswelten. Neben der Ermittlung der Nutzeranforderungen entwickelte combine gemeinsam mit dem internen Property Management offene, mobile und flexible Arbeitsstrukturen mit überwiegend nicht fest zugeordneten Arbeitsplätzen. Diese Strukturen werden fortlaufend auf alle anderen Vodafone-Standorte übertragen. (Bildrechte: Jens Howorka, Vodafone)

Der von HPP Architekten entworfene Gebäudekomplex besteht aus vier Bauteilen. Das 75 Meter hohe ovale Hochhaus mit 19 Bürogeschossen wirkt als Landmark und ist gleichzeitig der Haupteingang zum Campus. Dieser bietet den Mitarbeitern nicht nur einen modernen Arbeitsplatz, sondern eine ganzheitliche Arbeitswelt. Mit einem integrierten, für Mitarbeiter kostenlosen Fitnessstudio sowie einem campuseigenen Gesundheitszentrum möchte Vodafone das Wohlbefinden der Mitarbeiter fördern. Ein öffentlicher Friseur und eine Reinigung am Campus erleichtern ebenso den Alltag wie die Kindertagesstätte für 60 Kinder, in der der Nachwuchs in unmittelbarer Nähe zum Arbeitsplatz betreut wird. Ebenso sind ein Café, Bistros, Kaffeebars und ein Shop für kleine Einkäufe ein besonderes Angebot, das den Mitarbeitern hilft, Arbeitsalltag und Privatleben besser in Einklang zu bringen.

Das umfangreiche Neubauprojekt wurde von der Geschäftsführung von Anfang an nicht als reines Immobilienthema gesehen, sondern auch als Bestandteil der Arbeits- und Unternehmenskultur, die durch das Projekt entscheidend geprägt und verändert wurde. Die Veränderung schlug sich im neuen Arbeitsplatzkonzept nieder: Auf rund 85.000 Quadratmetern entstand ein modernes und attraktives Arbeitsumfeld. Offene Raumstrukturen und die Vielfalt an unterschiedlichen Arbeitsumgebungen prägen das neue Bürokonzept. Vodafone wendet sich damit klar von den bisherigen traditionellen Strukturen (Einzel- sowie Zwei- bis Vier-Personenbüros), fest zugeordneten Arbeitsplätzen und dem „nine to five“-Arbeitszeitmodell der alten Standorte ab.

Rund 3.200 weitere Arbeits- und Sitzmöglichkeiten neben den Büroarbeitsplätzen bieten individuellen Raum und Rückzugsmöglichkeiten für die Mitarbeiter. Think Tanks, Besprechungsräume, Bibliotheken, Projektflächen und Meeting-Points fördern Schnelligkeit, Kommunikation und Mobilität und schaffen eine abwechslungsreiche Arbeitsumgebung. Alle Räume sind mit intelligenten Beleuchtungs- und Belüftungskonzepten ausgestattet. Jeder Arbeitsplatz verfügt über individuelle Stehleuchten, die manuell einstellbar und mit Präsenzmelder und Helligkeitssensor ausgestattet sind und so für eine optimale Arbeitsatmosphäre, unabhängig von Tageszeit und Lichtverhältnissen sorgen.

Einbindung der Nutzer in den Veränderungsprozess

Weitreichende Veränderungen, wie sie durch die neuen Arbeitswelten von Vodafone beabsichtigt werden, sind ohne die Akzeptanz der Mitarbeiter zum Scheitern verurteilt. Bereits in der Entwicklung des neuen Campus sprach sich die Unternehmensführung für eine aktive Nutzereinbindung aus, um alle Mitarbeiter bestmöglich auf die neue Arbeitsumgebung einzustimmen, ihnen Unwissenheit und Ängste zu nehmen und die Chancen der neuen Struktur aufzuzeigen. combine Consulting begleitete seit Beginn die weitreichenden Change-Management-Maßnahmen. Regelmäßige Informationsveranstaltungen sowie Multiplikatoren aus den Reihen der Belegschaft waren wichtige Maßnahmen, um frühzeitig die Akzeptanz für das neue Konzept zu fördern. Als wichtiges Change-Management-Werkzeug erwies sich neben dem klassischen Informations- und Beteiligungsmanagement durch Mitarbeiterbefragungen und Workshops die Einrichtung von zwei Pilotflächen.

Gemeinsam mit den Mitarbeitern der Pilotfläche wurden Spielregeln aufgestellt, die das Arbeiten in der neuen Umgebung erleichtern sollen. Denn das neue Bürokonzept bringt auch Veränderungen für das Verhalten mit sich. Mehr Kommunikationsmöglichkeiten und Transparenz erfordern mehr Rücksicht aufeinander. Eine zweite Musterfläche unter realen Bedingungen wurde im Mai 2012 direkt auf der Campus-Baustelle errichtet und war für alle Mitarbeiter und zu bestimmten Terminen auch für die Öffentlichkeit zugänglich. Vor dem finalen Umzug im Dezember gab es noch weitere Maßnahmen, um die 5.000 Mitarbeiter vorzubereiten: neben einem eigenen Film, einem Umzugs- und einem Handbuch wurden „Behavior Change“-Workshops zum Verhalten im Open Space veranstaltet.