Bricks, Bytes and Behaviour - ein Interview mit combine Geschäftsführer Matthias Pietzcker

29.10.2018

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Matthias Pietzcker

„Unternehmenskulturen verstehen, gemeinsam ans Ziel kommen: Die konsequente Umsetzung von Konzepten ist unsere Stärke“, so beschreibt Matthias Pietzcker seine Arbeit. Warum es für die Arbeit der Zukunft nicht einfach reicht, neue Möbel zu kaufen und warum die nachhaltige Restrukturierung des Arbeitsumfeldes sich immer auszahlt, erklärt der Geschäftsführer von combine Consulting im Interview.

Schreibtisch, Stuhl, Telefon und PC  - ist das noch „State of the Art“  für einen Büro-Arbeitsplatz?

Matthias Pietzcker: Grundsätzlich werden meines Erachtens auch zukünftig die oben genannten Dinge für die Büroarbeit gebraucht, wobei das Telefon nicht selten ein Smartphone und der PC ein Laptop ist. Beides ist grundsätzlich einem Mitarbeiter oder einer Mitarbeiterin zugeordnet. Vor diesem Hintergrund wird die Ausstattung eines  sogenannten Standard-Arbeitsplatzes eher aus Tisch, Stuhl, Monitor und vielleicht einer Docking-Station bestehen, über die man sich mit seinem Laptop an den Monitor „andocken“ kann.

Allenthalben ist das Schlagwort „Büro der Zukunft“ zu hören. Wie sieht das denn Ihrer Ansicht nach aus?

Matthias Pietzcker: Das Büro der Zukunft sollte die Arbeit der Zukunft abbilden. Es handelt sich hierbei immer seltener nur um einen konkreten Ort. Die Arbeit der Zukunft ist vielfältig, stark vernetzt und wird immer digitaler bzw. virtueller. Trotzdem bzw. gerade deswegen wird die Arbeit der Zukunft immer auch aus dem direkten und analogen Austausch zwischen den Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen bestehen.  Das Büro der Zukunft bietet für die unterschiedlichen Arbeitstätigkeiten – in konzentrierter, kommunikativer oder interaktiver Ausprägung – die besten Arbeitsumgebungen an, die die Mitarbeitenden je nach Tätigkeit nutzen können.

Vor welchen Herausforderungen stehen Unternehmen heute, um sich  für die „Arbeit der Zukunft“ zu wappnen?

Matthias Pietzcker: Meines Erachtens besteht die größte Herausforderung darin, für die „Arbeit der Zukunft“ nicht nur ein Büro der Zukunft zu planen. Es gilt, sich neben den Flächen genauso mit der digitalen Organisation (und deren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter) sowie der Unternehmens- bzw. Führungskultur auseinanderzusetzen. Die Arbeit der Zukunft zu gestalten heißt aus meiner Sicht Bricks (Räume des Arbeitens), Bytes (effektive IT-Lösungen und technische Ausstattung) und Behaviour (Kultur und Vision des neuen Arbeitens) zu gestalten. Kein ganz triviales Unterfangen.

Kann man solche Umstellungen „aus dem Bauch“ heraus machen oder braucht man einen Planer/Berater/Händler zur Unterstützung?

Matthias Pietzcker: Ich bin überzeugt, dass es für eine „Umstellung“ Impulse von außen braucht. Und sei es nur für eine Initialzündung. Wichtig ist aber, dass ein Planer, Berater oder Händler immer die Ganzheitlichkeit einer solchen Umstellung nicht nur im Blick haben muss, sondern sie auch beherrscht.

Mit welchem Problem kommen Unternehmen auf Sie zu? Nennen Sie uns ein paar gelungene Beispiele Problem/Umsetzung/Lösung?

Matthias Pietzcker: Die Fragestellungen unser Auftraggeber sind ganz unterschiedlich: Von der strategischen Standort- oder Investitionsentscheidung, über die zukunftsgerichtete Flächenbedarfserhebung und Bürokonzeption bis hin zum Umzugsmanagement.  Was mich besonders freut: Immer mehr Unternehmen vertrauen unserer Change Management Expertise. Seit über 15 Jahren unterstützen wir Unternehmen bei der Umsetzung von modernen Arbeitsformen, die immer mehr auf der Grundlage eines selbstdisponierten Arbeitens der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen beruht.

Mit welchen Argumenten überzeugen Sie Ihre Kunden am besten?

Matthias Pietzcker: Wir sind umsetzungsorientiert und haben stets das Ganze im Blick: Brick, Bytes und Behaviour. Wir denken vernetzt. Wir „tauchen“ in die Unternehmen ein, verstehen und analysieren sie, ohne dabei den Blick von außen aufzugeben. So gewinnen wir neue Erkenntnisse, die wir in Zusammenarbeit mit unseren Kunden reflektieren. Und mit dem Mut zum Handeln gemeinsam konsequent umsetzen.

Macht sich das alles denn bezahlt?

Matthias Pietzcker: Ein Arbeitsumfeld ist für mich die konsistente Kombination aus Gebäuden und Räumen, Informations- und Kommunikationstechnologien sowie Organisationsstrukturen und -kulturen. Ich bin überzeugt, dass Unternehmen sich mit der nachhaltigen Umsetzung eines so verstandenen Arbeitsumfeldes zukunftssicherer aufstellen. Und das macht sich immer bezahlt.

Stichwort Co-Working: Ist das Modell auch auf größere Firmen übertragbar?

Matthias Pietzcker: Inhaltich ist Co-Working selbstverständlich übertragbar, z.B. in Form einer agilen Zusammenarbeit in einem Arbeitsumfeld mit vielfältigen Arbeitsplätzen und Arbeitsmöglichkeiten. Ich finde aber, dass Co-Working-Anbieter meist nur Arbeitsplätze in einem sehr modernen Umfeld zur Verfügung stellen, die nicht selten Arbeitsstätten-Richtlinien nicht erfüllen. Die moderne Form von Miet-Büros eben. Dieses Bürokonzept ist nicht ohne Weiteres übertragbar.

Mal was Privates: Wie sieht denn Ihr persönlicher Büro-Arbeitsplatz aus?

Matthias Pietzcker: Ich habe keinen persönlichen Büro-Arbeitsplatz. Je nachdem, was ich zu tun habe, suche ich mir ein eher ruhiges oder „lauteres“ Plätzchen, sitze in einer Besprechung oder in einem Workshop. Wir bei combine „leben“ das Desksharing: Keiner unserer 70 Berater hat einen festzugeordneten Arbeitsplatz, auch nicht die Geschäftsführung. Ich sitze sehr gerne inmitten der Kollegen.

Die Originalveröffentlichung dieses Interviews finden Sie in der Sonderausgabe „Büro und Einrichtung“, Oktober 2018, der Zeitschriften BusinessPartner PBS + C.ebra: Hier geht es zum E-Paper.

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© Foto Matthias Pietzcker: Marek & Beier Fotografen, www.marekbeier.de