„Welche Vor- und Nachteile bieten Flexible Office Angebote, im Speziellen sogenannte Coworking-Hybridmodelle, Nutzern im Vergleich zu einer klassischen Büromiete?“, so lautet das Thema der Masterarbeit von Dominik Roth, Senior Consultant bei combine Consulting. Eine sehr interessante, fundiert recherchierte Arbeit, die neue Erkenntnisse über das Phänomen Coworking liefert, welches sich in den letzten Jahren von einem temporären Trend in ein etabliertes Modell der Immobilien- und Büronutzung gewandelt hat. Anmerkung: Die Masterarbeit ist in „Pre-Corona-Zeiten“ entstanden und es gilt daher, abzuwarten, wie die Branche sich nach der aktuellen Krisensituation neu etabliert. Tatsache bleibt jedoch, dass Coworking längst Deutschlands Großstädte erreicht hat und nicht nur für Start-ups und Selbstständige ein Arbeitsumfeld bietet, sondern auch mehr und mehr für etablierte Unternehmen und Konzerne.
Bild des Benutzers s.jentsch
s.jentsch

Welche Vor- und Nachteile bieten Flexible Office- bzw. Coworking-Angebote? Die von Dominik Roth erstellten qualitativen und quantitativen Vergleiche ergeben keine einheitliche Tendenz, da die Kriterien natürlich sehr stark vom jeweiligen Unternehmen und der Flächenverfügbarkeit am gewählten Standort abhängen. Dennoch bieten Coworking- Hybridmodelle vor allem jungen Unternehmen oder Unternehmen ohne sicheren Planungshorizont Vorteile. Die schnelle Flächenverfügbarkeit an zentralen und attraktiven Standorten, die Flexibilität in der An- und Abmietung sowie geringe Anschaffungs- und Organisationskosten ermöglichen ein schnelles Handeln, ohne langfristige Verpflichtungen. Dasselbe gilt für die geringen anfänglichen Investitionskosten. Zusätzlich bieten die Services und Events sowie die Gestaltung der Coworking-Hybridmodelle ein attraktives Umfeld, welches eine lebendige Kultur und lebendigen Austausch fördern kann. In dieser Unternehmensphase überwiegen deutlich die Vorteile gegenüber den vorhandenen Nachteilen, wie z.B. ein fehlendes Corporate Design, die Nichteinhaltung von Arbeitsstättenvorgaben und Vertraulichkeit. 

Bei etablierten und größeren Unternehmen, mit einem gesicherten Planungshorizont, ergibt sich ein anderes Bild. Jedoch können auch hier Flächen in Coworking-Hybridmodellen im Einzelfall interessant sein. Dies kann beispielsweise für Standorte mit wenigen Mitarbeitern, kurzfristige und zeitlich begrenzte Projekte oder bei Expansionen sinnvoll sein. Deutlicher kommen aber die Vorteile einer klassischen Büromiete zum Tragen. Das Unternehmen profitiert von der Möglichkeit, sich mit der eigenen Corporate Identity und dem eigenem Design, sowohl nach innen als auch nach außen, zu präsentieren. Weiterhin lassen sich Datenschutz, Vertraulichkeit und Sicherheit in den eigenen Flächen, unabhängig von Dritten, einfacher kontrollieren und steuern.

In Bezug auf die Kosten punkten Coworking-Hybridmodelle zunächst durch eine deutlich einfachere Kostenstruktur, flexible Laufzeiten und geringere Investitionskosten vor Beginn der Vertragslaufzeit. Jedoch hat dieser hohe Grad an Flexibilität auch seinen Preis: Coworking-Hybrid Flächen sind deutlich flächensparender und -effizienter gestaltet und entsprechen daher zumeist nicht den Vorgaben der Arbeitsstättenrichtlinie. 
Modellrechnungen ergeben zudem, dass die klassische Büromiete bereits nach wenigen Jahren günstiger als die Mitgliedschaft in den Hybridmodellen ausfallen kann. Abhängig sind solche Vergleiche von den Präferenzen und Vorgaben der Unternehmen, die sich wiederum im Flächenbedarf und somit in den Kosten für beide Modelle widerspiegeln.

Dominik Roth hat mit seiner Masterarbeit einen MBA in international Real Estate von der Universität Regensburg, IREBS Immobilienakademie, erworben, wir gratulieren herzlich!

Bildrechte: Annie Spratt

Am meisten gelesen