2015 fusionierten das Quickborner Team (QT) und macon, die beiden renommiertesten Beratungsfirmen der deutschen Immobilienbranche, und gründeten combine. Zu diesem Zeitpunkt brachten sie es zusammen auf mehr als 3.000 erfolgreich durchgeführte Projekte und acht Jahrzehnte Beratungserfahrung. Und durch diese jahrzehntelange Expertise bei der Entwicklung moderner Arbeitswelten ist combine stets einen Schritt voraus.

Der Blick auf die Evolution der Bürokonzepte in den ersten 15 Jahren des Jahrtausends zeigt, dass unsere frühen Ideen vom „Büro der Zukunft“ heute aktueller sind denn je:

Leuchtturmprojekte von macon (von links): Spiegel Gruppe, Hamburg: Neues Verlagshaus (© Cornelia Ewerth) | ABB AG, Zürich: Konzeption und Umsetzung Cityport Zürich (© ABB) | Tamedia AG, Zürich: Restrukturierung Werd-Areal (© Tamedia)

Das Büro der Zukunft zu Beginn der „Nonterritorialität“

Nach der Jahrtausendwende wurde die Vision vom Büro der Zukunft weiterentwickelt. In einer zunehmend digitalisierten und globalisierten Welt beschrieb schon damals der Begriff „Arbeitsplatz“ keinen Ort mehr, sondern vielmehr eine Bewegung.

Bereits 2005 arbeiteten fast zwei Drittel der deutschen Büroangestellten zumindest zeitweise unterwegs oder an wechselnden Schreibtischen im Unternehmen. „Nonterritorialität“ – in welcher Form auch immer – wurde innerhalb weniger Jahre keine vieldiskutierte Arbeitsform mehr, sondern ein verbreiteter Standard der Büroorganisation.

Die für die neuen, flexiblen Arbeitsformen entwickelten Büroflächen mit Desk-Sharing und flexible office waren keine reinen Raum- sondern Organisationskonzepte, daher zählten zum Team schon damals nicht nur Architektinnen, Designer und Betriebswirtinnen, sondern auch Psychologen, Pädagoginnen und Soziologen, die Unternehmen tatsächlich ganzheitlich unter die Lupe nahmen.

Nach Überzeugung der QT-Berater:innen war der Erfolg eines Büros damals von sechs zentralen Faktoren abhängig: :

  1. Maximale Flächenwirtschaftlichkeit (also einem möglichst hohen Anteil der Nutz- an der Gesamtfläche)
  2. Hohe Flächeneffizienz (Wieviel Quadratmeter belegt jeder Mitarbeitende?)
  3. Minimale Betriebskosten (Wie konsequent wird das Facility Management beim Um- oder Neubau berücksichtigt?)
  4. Ein kreativitätsförderndes Arbeitsumfeld (Unterstützt der Arbeitsplatz Kreativität und Produktivität der Mitarbeitenden, oder hemmt er sie?),
  5. Eine lernmotivierende Arbeitsumgebung (Wie effektiv fördert die Bürostruktur Dialog und Lernen innerhalb des Unternehmens?)
  6. Eine konsequente Interpretation der Unternehmensidentität (Verkörpern Architektur und Büroorganisation die Unternehmenskultur nach innen und außen?)

Die nach diesen Faktoren entstandenen neuen Arbeitswelten verkörpern vorbildhaft die Anforderungen an zeitgemäßes Arbeiten und stärken die Unternehmenskultur, sowohl architektonisch, als auch organisatorisch.

Moderne Arbeitswelten: die Vision von Bellagio und dem „emotional office“

Bereits im 2006 von QT veröffentlichen Buch zum 50jährigen Jubiläum des Unternehmens nahmen die Verfasser an, dass die Büros der Zukunft „kommunikativer, einzigartiger und wohnlicher“ werden würden. Und, dass man sich wie in einer italienischen Stadt fühlen werde:

„In Bellagio, dem alten italienischen Städtchen am Comer See, treffen sich die Menschen traditionell in der Stadtmitte, wenn sie jemandem treffen wollen. Aber sie kommen auch ganz automatisch miteinander in Kontakt, wenn sie auf dem Weg zur Arbeit sind oder schnell etwas einkaufen gehen. Wer den Austausch sucht, findet dafür eine Vielzahl schöner, angenehmer, kommunikationsfördernder Orte. Wer hingegen ein paar Stunden Ruhe und Abgeschiedenheit braucht, findet sie in seinem Viertel genauso oder ganz einfach, indem er seine Haustür hinter sich schließt. Es ist ein uraltes Modell, aber eines mit großer Zukunft. Denn die Polarisierung zwischen Öffnung und Rückzug, zwischen kommunikativem Chaos und individueller Kontemplation wird die Büroplanung auch in 20 oder 30 Jahren noch beschäftigen.“

Beim QT glaubte man an das „emotional office“, das mehr ist als eine möglichst rationale Arbeitshülle mit ein paar Kabeln. Bei seiner Planung werden all jene „Zwischenräume“ genutzt, die bislang ein Schattendasein fristeten. So wird z. B. die Kantine – jener triste, meist für maximal zwei Stunden genutzten Großraum – in eine attraktive Piazza verwandelt, auf der man sich zu jeder Tageszeit treffen, an deren Rande man aber in Ruhe arbeiten, das Unternehmen und seine Menschen erleben und bei alledem auch noch etwas Gutes essen oder trinken kann.

Leuchtturmprojekte des QT in diesen Jahren (von links): Unilever Deutschland, HafenCity Hamburg (© Adam Mörk, Unilever) | Vodafone GmbH, Düsseldorf (© Jens Howorka) | Deutsche Bahn AG, Deutschland (© Werner Huthmacher)

 

Und damit schließt sich der Kreis: der vom QT Anfang der 1960er Jahre geprägte Begriff einer „Bürolandschaft“ ist Anfang des 21. Jahrhunderts aktueller denn je. Neu interpretiert und belebt, bewahrheitet sich heute die Vision vom Büro der Zukunft als italienisches Städtchen. Kostenreduktion und Flächenwirtschaftlichkeit – die Nr. 1 und Nr. 2 der oben genannten sechs Erfolgsfaktoren – werden „wie von selbst“ erreicht, wenn die anderen vier Faktoren verantwortungsbewusst im Planungsprozess berücksichtigt werden. Der entscheidende Mehrwert entsteht in Umgebungen, die Spaß machen und Identität stiften. Sie müssen emotional aufgeladen sein, um mobil Arbeitenden in Zukunft einen Grund zu bieten, das Homeoffice zu verlassen.