Im zuletzt erschienenen Magazin-Beitrag haben wir uns den Grundlagen des Themas Remote Leadership gewidmet und festgestellt, dass die Fähigkeit, Mitarbeitende über alle Distanzen hinweg zu verbinden und zu führen, eine gesamtunternehmerische Aufgabe ist. Nur durch eine ganzheitliche Kulturanalyse und eine abgestimmte Reform der Unternehmenskultur kann mehr Autonomie erfolgreich umgesetzt werden.

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So individuell dieser Prozess ist: Im Zuge der Auseinandersetzung mit dem Thema Remote Leadership haben sich zentrale Werkzeuge herauskristallisiert. Im Folgenden wollen wir zehn dieser Werkzeuge in den Fokus rücken – und damit aus der Perspektive von combine wichtige Anhaltspunkte für das Gelingen von Remote Leadership geben.

Bytes

1. Die tragende Säule der hybriden Arbeitswelt ist die technische Infrastruktur. Mitarbeitende müssen so ausgestattet werden, dass hybrides Arbeiten reibungslos gelingt. Das betrifft nicht nur diejenigen, die im Homeoffice tätig sind. Die Zusammenarbeit muss in alle Richtungen funktionieren: Am Unternehmensstandort, rein virtuell, in der Kombination von beidem, Face-2-Face und mit vielen Teilnehmern an verschiedenen Orten. Dafür müssen Meeting-Räume und persönliche Arbeitsplätze auch am Standort in Sachen IT optimale Voraussetzungen bieten.

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2. Die Hardware und sämtliche Tools für Video Conferencing und Document Sharing, der gemeinsame Kalender, mobile E-Mail-Zugänge, virtuelle Whiteboards, Cloud Visualisierungen und intelligente Kollaborations-Apps sind eingerichtet? Hervorragend. Doch ohne das notwendige technische und digitale Know-how nützt das wenig. Verständnis und Einsatz der technischen Infrastruktur sollten ständig überprüft werden, damit Remote Leadership gelingen kann.

Behavior

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3. Führung auf Distanz erfordert eine Transformation im Denken und Handeln von Führungskräften und Mitarbeiter:innen. Als Führungskraft gilt es, sich auf die neue Vertrauenskultur einzulassen und aus verteilten Individuen ein Team zu formen. Mitarbeitende müssen die Bereitschaft mitbringen, die Transformation offen mitzugehen, sich in weiten Teilen selbst zu organisieren und ihre Anliegen sichtbar zu machen.

4. Vertrauen kann vor allem dort wachsen, wo eine offene Fehlerkultur gelebt wird. Mit Fehlschlägen konstruktiv umzugehen, ist für moderne Führung unerlässlich. Das Zulassen von Fehlern sowie die Bereitschaft, aus diesen zu lernen, ermöglicht fortlaufend wichtige Anpassungen im Unternehmen.

5. In einer sich wandelnden, von Unsicherheit, Volatilität, Mehrdeutigkeit und Komplexität geprägten Arbeitswelt gewinnt die Empathie an Bedeutung. Im virtuellen Raum Einfühlungsvermögen und Verständnis an den Tag zu legen, gehört zu den wichtigen Tools des Remote Leadership.

6. Eine gelebte Feedbackkultur spielt in beide Richtungen eine entscheidende Rolle: Mitarbeitende sind weiterhin auf Orientierung, Unterstützung und Motivation durch Führungskräfte angewiesen. Umgekehrt ist es für Führende wichtig, zu erfahren, wie gut Remote Leadership bereits gelingt. Regelmäßige Zeiträume für Review- und Feedbackschleifen sind hilfreich.

7. Verbindlichkeiten und Regeln sind unverzichtbar. Wer ist wann erreichbar? Welche Absprachen gelten innerhalb und außerhalb der Kernarbeitszeit? Wer trägt für welchen Teil eines Projektes die Verantwortung? Welche Termine sind obligatorisch? Bewegen sich Remote Teams erfolgreich in einem klar definierten Rahmen, eröffnet das den Spielraum für mehr Autonomie, während gleichzeitig die Bindung zueinander und zum Unternehmen wächst.

8. Zentrale Säule des Remote Leadership ist eine auf die Unternehmenskultur abgestimmte, zielführende Kommunikation. Sie muss Klarheit und Transparenz sowie Sinn und Verständnis vermitteln. Der richtige Kommunikationsmix besteht aus fixen Terminen, festen Zeiten für die Erreichbarkeit, sinnvollen Meeting-Regeln sowie intuitiven Kommunikations- und Messagingtools. Mit einer Kommunikation, die online und offline gelingt, bleiben alle Mitarbeitenden in Remote Teams auf dem aktuellen Stand.

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9. Was hat hybrides Arbeiten bzw. Remote Leadership überhaupt noch mit den baulichen und räumlichen Voraussetzungen eines Unternehmensstandortes zu tun? Eine ganze Menge. Denn je mehr Abstand und Autonomie Mitarbeitende gewinnen, desto wichtiger wird das Büro, das den Menschen echte Mehrwerte bietet, attraktiv ist und Identifikation stiftet. Hier wird die Sehnsucht nach der Gemeinschaft gestillt, man erzielt gemeinsam Fortschritte oder zelebriert Team-Erfolge. Feierabend- oder Mittags-Meetings etwa können wesentlicher Bestandteil der Unternehmenskultur werden. Was offline besprochen wird, trägt maßgeblich zum gemeinsamen Erfolg bei. Büroflächen, mit denen die Meeting-Kultur gefördert wird, bauen Vertrauen auf, motivieren und begeistern.

10. Gerade in Sachen Onboarding kommt den Büroräumen eine zentrale Bedeutung zu. Nicht nur, weil sie zentraler Touchpoint und Teil der Arbeitgebermarke sind. Nehmen neue Mitarbeitende ihre Arbeit auf, ist deren Integration zentral. Sie müssen nicht nur fachlich, sondern auch abteilungsübergreifend eingearbeitet werden. Der Standort kann einen wichtigen Beitrag leisten, den Kontakt unter den Teammitgliedern herzustellen und gemeinsame Interaktionen vor Ort zu fördern.

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Bilder: Unsplash, Serviceplan