combine on ear - Episode XXII

Julia Kohlmann, Expertin für Team-, Organisations- und Persönlichkeitsentwicklung, spricht mit Daniel Niemann, Senior Manager bei combine, über die psychologischen Auswirkungen der virtuellen Arbeit. Wie können wir mit dieser neuen Herausforderung umgehen?

Die Corona-Pandemie wirkt wie ein Brennglas, wenn es um die virtuelle Kollaboration geht. Viele Menschen arbeiten, über Branchen und Hierarchieebenen hinweg, nunmehr seit zwei Jahren virtuell mit ihren Kolleg:innen und/oder Kund:innen zusammen. Doch wie ist die virtuelle Arbeit psychologisch zu bewerten? Was sind die großen Vorteile dieser Zusammenarbeitsform und welche Dinge kann die Virtualität schlichtweg gar nicht leisten? Und was können wir tun, um diese Herausforderungen zu bewältigen?

Klar ist, dass auch der virtuelle Raum – wie jeder physische Raum – per se weder gut noch schlecht ist. Es kommt vor allem auf die kulturellen Rahmenbedingungen an – und darauf, wie bewusst Führungskräfte und Mitarbeitende den Raum nutzen. Abseits von technischen Kompetenzen, benötigt die virtuelle Kommunikation mehr denn je ein verändertes Mindset. Ein Team, das eine Präsenz- oder gar Kontrollkultur pflegt, wird es in der virtuellen Zusammenarbeit eher schwer haben. Vielmehr geht es darum, zielorientiert und vertrauensvoll miteinander umzugehen. Führungskräfte müssen den Fokus mehr denn je auf sinnstiftende Führungsarbeit richten, um ihre Teams zu motivieren und damit auch leistungsfähig zu machen.

Doch was bleibt, wenn die Pandemie zu Ende geht und wir wieder in unsere Büros zurückkehren können? Unternehmen und Organisationen aller Couleur werden in Zukunft bewusster entscheiden müssen, welche Formate virtuell und welche physisch stattfinden – oder gar hybrid. Der Grad der virtuellen Zusammenarbeit wird nicht auf das prä-pandemische Maß zurückgefahren werden – und so stellt sich am Ende die Frage: Wofür werden Büros in Zukunft noch stehen und ist der virtuelle Raum nicht einfach nur ein weiterer Arbeitsort, neben dem Büro?

Julia Kohlmann, Expertin für Team-, Organisations- und Persönlichkeitsentwicklung

Julia Kohlmann, Gründerin und Geschäftsführerin der InCompany GmbH, ist Expertin für Team-, Organisations- und Persönlichkeitsentwicklung. In ihren Coachings, Workshops und begehrten Online-Kursen verhilft sie Menschen zum Erfolg und zeigt ihnen, wie sie gelungenes Stressmanagement betreiben können. Die erfahrene Business-Trainerin und Motivatorin unterstützt Unternehmen dabei, optimale Voraussetzungen für ihre Arbeit zu schaffen – dabei folgt sie stets ihrem Motto: Hinschauen, was ist – spüren, was fehlt – verändern, was gut tut. Julia Kohlmann ist überzeugt: Alles, was wir für Veränderung brauchen, ist Mut und Bereitschaft zur persönlichen Weiterentwicklung, ein Mindset-Training sowie den gelegentlichen Sprung über den eigenen Schatten.